Votum Erich Gerber an der GV UBS vom 14.4.10 in BaselSehr geehrte MitaktionäreIch bin Kleinaktionär und spreche nicht zur Décharge, sondern zu den Nöten und Anliegen von UBS-Kunden, die sich durch diese Bank falsch beraten, ungerecht oder gar kriminell behandelt fühlen.Wegen Lehman Brothers und Strukturierten Produkten habe ich in kurzer Zeit einen grossen Teil meines Alterskapitals verloren. Darauf bin ich ohne private Rente angewiesen. Meine Einstellung zu Bankgeschäften war nie aggressiv. Ich gehöre zu den über 100 Mitgliedern der Schutzgemeinschaft UBS-Geschädigter, die Peter Blumer als Präsident hier vertreten wird. Auf unserer Website www.ubsgeschaedigte.ch kann man sich informieren und ebenfalls einschreiben.Bei der Generaldirektion UBS besteht eine Beschwerdestelle, an die man sich wenden kann.Mehr als 1'000 Einzelgespräche sollen beim Rechtsdienst schon stattge-funden haben. Rein juristisch scheinen wir Geschädigte gegenüber der Bank meistens chancenlos zu sein. Es heisst, wir seien über alle Risiken informiert worden – und jetzt halt selber schuld!Sind wir geschädigte UBS-Kunden wirklich ganz selber schuld, dass wir den Beratern und damit der Bank völlig vertraut haben, solche Verluste erleiden und nun in den meisten Fällen bloss auf TREU UND GLAUBEN angewiesen sind?Wenn ein UBS-Berater versichert hat, ein Papier sei sicher, konnte man ganz sicher sein, dass in dieser Bank gar nichts mehr sicher war...Ich bin enttäuscht, dass mir die UBS auf die verlorenen 50'000 Euro für „Capital Protected Notes Lehman Brothers“ (mit Risikotyp: Kapitalschutz) nicht die geringste Rückvergütung leistet. Der Berater sprach sogar von einem „Papier mit Obligationencharakter.“ Von meinem Selbstverschulden kann auch hier keine Rede sein.Nach Einzelgesprächen mit der Bank habe ich Rechtsanwalt Prof. Dr. Daniel Fischer bevollmächtigt, unsere finanziellen Forderungen aussergerichtlich durchzusetzen. Andere können sich anschliessen.Liebe anwesende Mitaktionäre,Jetzt tue ich etwas Ungewöhnliches:Ich wende mich für einen kurzen Moment direkt an Sie alle hier im Saal und frage Sie höflich, natürlich nur halb im Scherz: Wer unter Ihnen hat in dieser Krise nichts verloren? Bitte jetzt: Hand auf!